InfluencerInterview

Regina Janzen lebt für BookTok Gefühle

Bücher waren lange Zeit etwas, das still im Regal stand. Heute reichen manchmal zehn Sekunden auf BookTok, um Millionen Menschen neugierig auf eine Geschichte zu machen, die sie danach nicht mehr loslässt. Genau darin liegt die neue Macht von BookTok und Bookstagram: Bücher werden nicht mehr nur gelesen, sondern emotional erlebt, geteilt und gemeinsam gefühlt.

Regina Janzen gehört zu den Creatorinnen, die genau diese Begeisterung transportieren. Offen, emotional und ohne künstliche Perfektion. Im Interview erzählt sie, wie sie durch BookTok selbst zurück zum Lesen gefunden hat, warum starke Gefühle für sie wichtiger sind als Hypes und weshalb Authentizität auf Social Media längst mehr bewegt als Hochglanzcontent.

Interview mit Regina Janzen

Interview Regina Janzen

Wann hast du angefangen zu lesen und wann wurde daraus mehr als nur ein Hobby?

Ich habe schon früh angefangen zu lesen, hatte dann aber eine längere Phase, in der ich gar nicht gelesen habe. Erst durch BookTok habe ich wieder zu einem Buch gegriffen und ab da wurde Lesen wieder schnell zu einem festen Bestandteil meines Alltags.

Da ich in meinem Umfeld niemanden hatte, mit dem ich mich über Bücher austauschen konnte, habe ich irgendwann den Mut gefasst, selbst Videos zu drehen und meine Gedanken online zu teilen.

Dass sich daraus einmal die Möglichkeit entwickeln würde, mit Verlagen zusammenzuarbeiten und Kooperationen einzugehen, hätte ich am Anfang niemals erwartet.

Gibt es ein Buch, das dich besonders geprägt hat oder dich „in die Bücherwelt gezogen“ hat?

Es gibt einige Bücher, die mich geprägt haben. Angefangen hat alles mit „Nur noch ein einziges Mal“ von Colleen Hoover. Dieses Buch wird für mich immer etwas Besonderes bleiben, weil ich dadurch wieder zum Lesen gefunden habe.

Auch „Still Beating“ von Jennifer Hartmann, die „Edge of Darkness“ Reihe von Leigh Rivers und „The Darkest Gold“ von Raven Kennedy haben einen ganz besonderen Platz in meinem Herzen, weil mich diese Geschichten bis heute nicht loslassen und ich immer wieder an sie denken muss.

Wie wählst du deine Bücher aus – eher spontan wegen Cover, Klappentext oder Empfehlungen?

Ich suche mir meine Bücher meistens je nach Stimmung aus und schaue dabei oft nach bestimmten Tropes, auf die ich gerade Lust habe. Außerdem lasse ich mich gerne von Empfehlungen auf BookTok inspirieren.

Welche Genres oder Themen ziehen dich immer wieder an? Gibt es auch Dinge, die du bewusst meidest?

Ich greife besonders gerne zu Dark Romance und Fantasy, zwischendurch aber auch immer mal wieder zu Thrillern. Mir ist vor allem wichtig, dass Geschichten emotional mitreißend sind und die Charaktere Tiefe haben.

Wenn Protagonist:innen zu oberflächlich geschrieben sind und ich keine Verbindung zu ihnen aufbauen kann, verliere ich schnell das Interesse. Zudem liebe ich spannende Geschichten, die einen komplett einnehmen und die man am liebsten gar nicht mehr aus der Hand legen möchte.

Liest du jedes Buch bis zum Ende oder brichst du auch mal eines ab? Wenn ja, wann entscheidest du das?

Ich breche Bücher immer ab, wenn sie mich nicht packen und das entscheide ich meistens nach ungefähr 100 Seiten. Unsere Zeit ist zu kostbar für Bücher, die wir nicht mögen.

Lesen soll schließlich Spaß machen und sobald ich merke, dass mich eine Geschichte nicht mehr fesselt, sehe ich keinen Grund darin, mich weiter durchzuquälen.

Welche Autor:innen hast du zuletzt neu entdeckt und was begeistert dich an ihnen?

Jennifer Hartmann ist meine absolute Lieblingsautorin. Mich begeistert vor allem ihr Schreibstil, der mich komplett in die Geschichte zieht und mich jede Emotion intensiv fühlen lässt. Ihre Geschichten gehen wirklich unter die Haut.

Außerdem habe ich auch J.T. Geissinger für mich entdeckt. Ihre Bücher konnten mich schon oft mit richtig guten Plot Twists überraschen.

Regina Janzen begeistert mit echter Leidenschaft

Zitat Regina Janzen

Wie hat BookTok oder Bookstagram deine eigenen Lesegewohnheiten verändert?

Ich entdecke dadurch viel mehr Bücher, die ich sonst wahrscheinlich nie gelesen hätte. Manche Bücher hätte ich allein wegen des Covers und Klappentextes vermutlich nie in die Hand genommen.

Wenn ich aber sehe, wie begeistert Menschen auf BookTok oder Bookstagram über ein Buch sprechen, landet es meistens direkt auf meiner mittlerweile viel zu langen Wunschliste.

Außerdem tausche ich mich viel mehr über Bücher aus. Lesen ist eigentlich eher ein „einsames“ Hobby, deshalb liebe ich es umso mehr, diese Leidenschaft mit anderen teilen zu können.

Was macht für dich einen Account wirklich interessant – was bringt dich dazu, jemandem zu folgen?

Authentizität. Ich mag Accounts, bei denen man merkt, dass die Person wirklich Freude an Büchern hat. Außerdem liebe ich kreative Beiträge und ehrliche Meinungen.

Was bringt dich dazu, ein Buch sofort kaufen oder lesen zu wollen?

Manchmal reicht schon ein einziges Zitat, um mich neugierig auf ein Buch zu machen. Vor allem aber liebe ich es, wenn Menschen begeistert über ein Buch sprechen und man ihnen ihre Emotionen und die Begeisterung richtig anmerkt. Dann möchte ich das Buch am liebsten sofort anfangen.

Was überzeugt dich, ein Buch aktiv weiterzuempfehlen oder darüber Content zu machen?

Ich spreche besonders gerne über Bücher, die starke Gefühle bei mir auslösen. Egal ob ein Buch mich zum Lachen, Weinen oder komplett sprachlos gemacht hat, sobald mich eine Geschichte positiv überzeugen konnte, bekomme ich direkt Lust, Content darüber zu drehen und meine Begeisterung zu teilen.

Welche Art von Kooperationen mit Autor:innen oder Verlagen findest du spannend und welche eher nicht?

Ich spreche besonders gerne über Bücher, die starke Gefühle bei mir auslösen. Egal ob ein Buch mich zum Lachen, Weinen oder komplett sprachlos gemacht hat, sobald mich eine Geschichte positiv überzeugen konnte, bekomme ich direkt Lust, Content darüber zu drehen und meine Begeisterung zu teilen.

Welche Tipps würdest du angehenden Bookstagrammer:innen oder BookTok-Creators geben?

Vergleicht euch nicht zu sehr mit anderen. Gerade auf BookTok oder Bookstagram sieht man oft perfekt wirkenden Content und Menschen, die unglaublich viele Bücher lesen. Aber jeder liest in seinem eigenen Tempo und genau das ist vollkommen okay.

Teilt eure Begeisterung für eure liebsten Bücher und bleibt dabei authentisch, denn genau das macht euren Content besonders. Setzt euch außerdem nicht unter Druck, plötzlich „mehr lesen“ zu müssen, nur weil ihr jetzt Videos über Bücher macht.

Regelmäßiges Posten ist natürlich trotzdem wichtig, um sich eine Community aufzubauen und sichtbar zu bleiben.

Das Wichtigste ist jedoch, dass ihr Spaß daran habt, Content zu drehen und eure Gedanken zu Büchern mit eurer Community zu teilen. Wenn man merkt, dass jemand wirklich mit Leidenschaft dabei ist, steckt das automatisch auch andere an.


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