Wenn Sie dieser Tage auf den Spielplan der NFL schauen, mitten im Herbst, wenn die Luft klarer wird und die Spiele schärfer, dann sieht das nicht mehr nur nach amerikanischem Sportgigantismus aus. Es sieht vertrauter aus. Persönlicher.
Denn da laufen sie über den Bildschirm – in glänzenden Helmen, unter Flutlichtern, Schulter an Schulter mit Superstars wie Patrick Mahomes oder Tyreek Hill – Deutsche, die ihren Platz in der härtesten Liga der Welt gefunden haben.
Und während in Deutschland die Faszination für Football wächst, liefern diese Athleten Woche für Woche die Gründe, warum sich das Einschalten lohnt. Auch, wenn Sie sich zwischendurch Tipps zur NFL holen – für Ihre Fantasy-Liga, fürs Wochenende, fürs Staunen.
Und das hier ist längst mehr als nur ein Trend.
Der „Sun God“ – wie Amon-Ra St. Brown die NFL dominiert
Wer den Namen Amon-Ra St. Brown hört, hört sofort: Hier geht’s um Größe. Um Dominanz.
Der Wide Receiver der Detroit Lions hat aus dem Hype längst ein Fundament gemacht. Anfang Oktober 2025 spielt er, als gäbe es kein Morgen. Sechs Touchdowns, 35 Receptions, über 407 Yards – das alles in nur wenigen Wochen. Keine Drops, keine Aussetzer. Nur Präzision.
St. Brown ist nicht nur ein Star. Er ist eine Maschine mit Herz. Und das macht ihn so besonders.
Was viele vergessen: Amon-Ra hat deutsche Wurzeln. Seine Mutter stammt aus Leverkusen, sein Vater – ein Bodybuilding-Champion – hat ihm nicht nur den Körper, sondern auch das Mindset mitgegeben. Er spricht fließend Deutsch, grüßt die Fans direkt: „Hallo alle die Deutschen, ich liebe euch“. Und wenn er in Deutschland Football-Camps gibt, dann merkt man: Er meint das ernst.
Jakob Johnson – der stille Held, der immer wieder aufsteht
Jakob Johnson, Fullback bei den Houston Texans, hat keinen Glamour-Job. Er blockt. Er räumt frei. Er ist der Erste, der einsteckt und oft der Letzte, der genannt wird. Aber ohne ihn? Geht nichts.
Johnson kam über das International Pathway Program, war der Erste aus diesem Projekt, der in der NFL nicht nur spielte, sondern auch scorte.
Jetzt, im Oktober 2025, kämpft er mit einer Oberschenkelverletzung. Ist auf IR. Rückkehr frühestens in Woche 9. Und trotzdem, niemand zweifelt daran, dass er wiederkommt.
Jakob Johnson steht für das, was Football eigentlich ist: Arbeit. Geduld. Und dieser eiserne Wille, nicht aufzugeben – nie.
Und wer kommt als Nächstes?
Die Pipeline ist voll. Da wäre etwa Leander Wiegand der New York Jets, ein junger Tackle mit Wucht. Bastian Roppelt, ein Punter, der aus Frankfurt zum International Player Pathway Program kam. Und Lenny Krieg – ein Kicker mit kaltem Fuß und starkem Kopf.
Krieg, ein 2002er-Jahrgang, ist nach Saisons bei den Berlin Adlern und bei Stuttgart Surge über das IPP-Programm zu den Atlanta Falcons gekommen. Hat beim Combine alles getroffen – 14 Field Goals am Stück. Danach der Vertrag, drei Jahre, unterschrieben Ende März. Aber der Cut kam spät, Ende August. Einen Tag später war er wieder da – Practice Squad, über das IPP. Kein Drama, kein Stillstand. Sondern genau das: ein Anfang.
Das ist die Stärke des Systems: Es gibt Zeit sowie Raum zum Wachsen. Und plötzlich sind sie da – im Kader. Im Spotlight.
Von Schamann, Vollmer, Welschof – und der weiten Reise
Man darf bei all dem Neuen die Alten – die Pioniere – nicht vergessen.
Uwe von Schamann landete als Berliner Kicker in Oklahoma. Und anschließend, Ende der 1970er und in der ersten Hälfte der 1980er, bei den Miami Dolphins. Mit ihnen avancierte er zweimal zum AFC-Champion.
Sebastian Vollmer aus Kaarst prägte über Jahre die Offensive Line der Patriots. Zwei Super-Bowl-Ringe, von 2009 bis 2016, stehen in seiner Vita.
Oder denken wir an weitere aktuelle Legionäre wie Julius Welschof, Kilian Zierer, Lorenz Metz. Auch sie alle haben etwas gemeinsam – sie zeigen, dass der Weg möglich ist. Auch wenn er weit und hart ist.












