Noch vor wenigen Jahren hätte sie vermutlich selbst nicht geglaubt, einmal Teil der deutschen BookTok Szene zu werden. Bücher? Waren für Tabea Grunert lange eher Pflicht als Leidenschaft. Heute begeistert sie auf Social Media tausende Menschen mit ehrlichen Empfehlungen, emotionalen Lesemomenten und genau der Authentizität, die in der Bücherwelt oft mehr zählt als perfekte Ästhetik.
Im Gespräch erzählt die Bloggerin, wie TikTok ihr komplettes Leseverhalten verändert hat, warum sie Bücher inzwischen auch mal konsequent abbricht und weshalb echte Begeisterung für sie wichtiger ist als jeder Hype.
Interview mit Tabea Grunert
„Lesen war tatsächlich nie wirklich ein Teil meines Lebens. Als Kind und Jugendliche habe ich Bücher eher gehasst und überhaupt nicht verstanden, wie manche Menschen freiwillig stundenlang lesen können.
Irgendwann hat TikTok dann aber angefangen, mir ständig englischsprachigen Buchcontent anzuzeigen. Ich weiß bis heute nicht, warum der Algorithmus sich dachte, dass das zu mir passt, weil ich damals wirklich absolut nichts mit Büchern am Hut hatte.
Irgendwann bin ich dann aber doch eingeknickt und dachte mir: ‚Okay, so schlecht kann es ja nicht sein.‘ Also habe ich mein erstes Buch gelesen und angefangen, selbst im deutschsprachigen Raum Content darüber zu machen. Dabei habe ich dann ziemlich schnell gemerkt, dass Lesen eigentlich richtig Spaß macht. So bin ich überhaupt erst in diese ganze Bücherwelt reingerutscht.“
Besonders geprägt hat sie bis heute ein ganz bestimmtes Buch
„Mein absolutes All-Time-Lieblingsbuch ist ‚Terms and Conditions‘ von Lauren Asher. Das Buch hat mich komplett abgeholt und ist bis heute eines meiner größten Favorites.“
Auch bei der Auswahl neuer Bücher verlässt sie sich längst nicht nur auf einen Faktor
„Allgemein lese ich inzwischen total unterschiedlich. Manchmal kaufe ich ein Buch spontan wegen des Covers, manchmal wegen des Klappentexts oder weil ich irgendwo eine Empfehlung gesehen habe. Oft reicht schon ein einziges gutes Video und plötzlich landet das Buch auf meiner Wunschliste.“
Vor allem Romance, RomComs und Romantasy haben es ihr angetan.
Gleichzeitig merkt sie selbst, wie sich ihr Geschmack immer weiter verändert
„Besonders gerne lese ich Geschichten mit viel Humor, Chaos, emotionalen Entwicklungen und starken Charakteren. Mittlerweile fächert sich mein Geschmack aber immer weiter auf.
Ich lese inzwischen auch gerne Non-Fiction oder feministische Bücher. Bücher wie ‚I’m Glad My Mom Died‘ haben mir gezeigt, dass mich auch persönlichere und ernstere Themen total packen können und dass Bücher einen manchmal auch noch lange nach dem Lesen beschäftigen.“
Und ja: Bücher abbrechen gehört inzwischen ebenfalls dazu.
Tabea Grunert und die Magie guter Bücher
„Früher habe ich mich immer gezwungen weiterzulesen, inzwischen mache ich das nicht mehr. Wenn mich ein Buch nicht fesselt oder ich durch Stress und Alltag zu lange raus bin, fällt es mir oft schwer, wieder richtig reinzufinden. Dann lege ich ein Buch manchmal auch einfach weg.“
Ihren BookTok und Bookstagram Account startete sie aus einem einfachen Impuls heraus
„Im deutschsprachigen Raum gab es damals noch gar nicht so viel Buchcontent wie heute. Ich habe so viele englische Videos gesehen und dachte irgendwann einfach: Warum eigentlich nicht selbst ausprobieren?“
Heute weiß sie genau, was guten Buchcontent wirklich ausmacht
„Ich mag es, wenn Menschen offen und authentisch über Bücher sprechen und nicht einfach nur jeden Hype mitmachen. Ich glaube, genau das merkt man auch sofort: ob jemand wirklich Freude an dem hat, was er macht, oder ob einfach nur Content produziert wird.“
Diese Ehrlichkeit zieht sich auch durch ihre Kooperationen
„Wenn mich ein Buch ehrlich interessiert, mache ich super gerne Content dazu. Wenn nicht, lehne ich Kooperationen aber auch ab. Das bedeutet nicht, dass das Buch schlecht ist, sondern einfach nur, dass es vielleicht nicht mein Genre oder nicht das Richtige für meine Community ist. Mir ist wichtig, dabei authentisch zu bleiben.“
Gerade deshalb empfiehlt sie anderen angehenden BookTok oder Bookstagram Creator:innen vor allem eines:
Sich selbst nicht zu verlieren.
„Deshalb wäre mein größter Tipp an andere BookTok oder Bookstagram Creator:innen, sich nicht zu sehr unter Druck zu setzen oder ständig mit anderen Zahlen zu vergleichen. Spaß an der Sache ist am Ende das Wichtigste. Authentizität merkt man einfach sofort und genau das bleibt den Leuten meistens auch am ehesten im Kopf.“
Noch mehr BookTok Vibes?
Diese Reels geben zusätzlich einen authentischen Einblick in ihren Buchalltag, ihre Empfehlungen und ihre Community:













