InfluencerInterview

Alexandra Kittig zwischen Chaos und BookTok

Viele versuchen auf BookTok perfekt zu wirken. Perfekte Regale, perfekte Schnitte, perfekte Meinungen. Doch genau das sorgt oft dafür, dass Inhalte austauschbar werden. Menschen folgen längst nicht mehr nur schönen Bildern, sondern Persönlichkeiten, die echt wirken, emotional mitreißen und auch mal ungefiltert sind.

Alexandra Kittig gehört genau zu den Creatorinnen, die deshalb hängen bleiben. Zwischen emotionalen Dark Romance Büchern, ehrlichen Gedanken und einer Community, die jedes Gefühl mitfühlt, hat sie sich ihren eigenen Platz auf BookTok aufgebaut. Im Interview erzählt sie, warum Chaos manchmal besser funktioniert als Perfektion und weshalb Bücher heute für sie viel mehr sind als bloße Unterhaltung.

Interview mit Alexandra Kittig

Interview Alexandra Kittig

Wann hast du angefangen zu lesen und wann wurde daraus mehr als nur ein Hobby?

Ich habe schon als Jugendliche unglaublich gerne gelesen, das Ganze dann aber irgendwann etwas aus den Augen verloren. Im Sommerurlaub 2022 habe ich das Lesen dann wieder komplett für mich entdeckt und seitdem hat es mich nicht mehr losgelassen.

Bücher wurden wieder ein fester Teil meines Alltags und irgendwann auch viel mehr als nur ein Hobby. Durch meinen wachsenden BookTok Account wurde das Lesen etwa ein Jahr später sogar Teil meines Berufs, was sich bis heute manchmal noch surreal anfühlt.

Wie und warum hast du deinen Bookstagram- oder BookTok-Account gestartet?

Damals hatte ich niemanden in meinem direkten Umfeld, mit dem ich wirklich über Bücher sprechen konnte, dabei hatte ich nach dem Lesen oft totalen Redebedarf. Gleichzeitig war Social Media für mich nichts Neues, weil ich früher bereits einen Gaming YouTube Kanal hatte, auf dem ich Sims Let’s Plays hochgeladen habe.

Irgendwann bin ich daraus aber ein wenig rausgewachsen und als ich meine Liebe zum Lesen wiedergefunden habe, kam mir die Idee, BookTok auszuprobieren. Anfangs eher spontan, mittlerweile ist daraus ein riesiger Teil meines Lebens geworden.

Wie hat BookTok oder Bookstagram deine eigenen Lesegewohnheiten verändert?

BookTok hat meine Lesegewohnheiten extrem verändert. Ich lese heute deutlich mehr als früher und habe dem Lesen auch ganz bewusst einen festen Platz in meinem Alltag gegeben. Außerdem tauscht man sich ständig mit anderen Leser:innen aus, entdeckt neue Bücher, neue Genres und wird immer wieder inspiriert. Dadurch ist Lesen für mich nochmal emotionaler und intensiver geworden.

Was macht für dich einen Account wirklich interessant – was bringt dich dazu, jemandem zu folgen?

Für mich ist Persönlichkeit das Wichtigste. Gerade weil es mittlerweile unglaublich viele Accounts gibt und sich vieles oft ähnlich anfühlt, bleiben am Ende die Menschen hängen, die ihre eigene Art mitbringen.

Ich glaube, man merkt schnell, ob jemand einfach nur Trends kopiert oder wirklich Leidenschaft für das hat, was er macht. Humor, Ehrlichkeit und Emotionen sind für mich deshalb oft viel wichtiger als perfekte Ästhetik.

Alexandra Kittig setzt auf echte Emotionen

Zitat Alexandra Kittig

Was bringt dich dazu, ein Buch sofort kaufen oder lesen zu wollen?

Entweder, wenn ein Buch emotional etwas in mir auslöst oder wenn es einfach komplett schockierend klingt. Gerade auf BookTok funktionieren Emotionen unglaublich gut.

Wenn ich das Gefühl habe, ein Buch wird mich emotional zerstören, mich wütend machen oder komplett obsessiv zurücklassen, dann will ich es meistens sofort lesen.

Was überzeugt dich, ein Buch aktiv weiterzuempfehlen oder darüber Content zu machen?

Eigentlich immer das Bedürfnis, darüber reden zu wollen. Ich sehe meinen Content nicht als klassische Kaufempfehlung, sondern eher als Austausch. Ich teile meine Gedanken zu Büchern, egal ob positiv, kritisch, emotional oder chaotisch und genau daraus entstehen dann oft die spannendsten Gespräche mit meiner Community. Ich glaube, Menschen merken schnell, ob jemand ehrlich begeistert ist oder einfach nur Werbung macht.

Welche Tipps würdest du angehenden Bookstagrammer:innen oder BookTok-Creators geben?

Zum einen definitiv Regelmäßigkeit. Gerade am Anfang ist es wichtig, sichtbar zu werden und verschiedene Dinge auszuprobieren. Zum anderen sollte man sich aber auch immer fragen: Würde ich meine eigenen Videos eigentlich selbst anschauen?

Ich glaube, man sollte lernen, sein eigener Kritiker zu sein und sich ständig weiterzuentwickeln. Gleichzeitig darf man aber keine Angst davor haben, auch mal etwas Peinliches oder Unperfektes zu posten, oft sind genau das am Ende die Videos, die am besten funktionieren.

Wenn du selbst ein Buch schreiben würdest – worum würde es gehen?

Tatsächlich habe ich sogar schon eine Buchidee, auch wenn ich wahrscheinlich nie den Mut hätte, sie wirklich umzusetzen. Es wäre eine tiefgründige Dark Romance Geschichte über eine Protagonistin, die sich aus einer manipulativen Beziehung befreit und Schritt für Schritt wieder lernt, sich selbst zu lieben.

Also nicht nur Romance und Spannung, sondern vor allem emotionale Heilung, Selbstwert und die Frage,

wie sehr Beziehungen einen Menschen verändern können?


Wenn ihr Alexandras ehrliche Gedanken zu Büchern, emotionale BookToks und ihre unperfekt perfekte Art nicht verpassen wollt, solltet ihr ihr unbedingt auf TikTok und Instagram folgen. Gerade ihre Mischung aus Chaos, Humor und echten Emotionen macht ihren Content so besonders. 

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