Viele Menschen lesen Bücher. Manche verlieren sich darin für ein paar Stunden. Und dann gibt es Menschen wie Tanja Röbke, die aus Geschichten einen festen Teil ihres Lebens gemacht haben. Nicht laut, nicht künstlich inszeniert, sondern mit echter Begeisterung für Fantasywelten, kreative Buchideen und den Austausch mit anderen Leser:innen.
Was bei ihr auffällt: Hinter dem Blog steckt kein schneller Social-Media-Hype, sondern ehrliche Leidenschaft. Zwischen wunderschön gestalteten Buchcovern, langen Lesenächten und kreativen Kooperationen erzählt Tanja Röbke, warum Bücher manchmal mehr auslösen als jede Serie und weshalb echter Buchcontent nur funktioniert, wenn Herzblut dahintersteckt.
Interview mit Tanja Röbke
Gibt es ein Buch, das dich besonders geprägt hat oder dich „in die Bücherwelt gezogen“ hat?
Es gibt nicht DAS eine Buch, das mich zum Lesen gebracht hat. Vielmehr war es eine Vielzahl von Ereignissen. Zunächst haben mir meine Eltern als Kind viel vorgelesen. Später hatte ich Freunde, die „Vielleser“ waren. Ihre Buchtipps haben mir regelmäßig zu erstklassigen und inspirierenden Leseerlebnissen verholfen.
Durch Plattformen wie Lovelybooks und den Austausch dort bin ich das erste Mal mit dem Thema Buchblog in Kontakt gekommen. Bald formte sich in mir der Wunsch, einen eigenen Blog ins Leben zu rufen. Das steigerte dann erneut meine Leselust und brachte mich mit wunderbaren Menschen zusammen.
Wie wählst du deine Bücher aus – eher spontan wegen Cover, Klappentext oder Empfehlungen?
Zugegeben, ich bin durchaus ein Cover-Opfer: Ein ästhetisches Cover weckt bei mir sofort das Interesse für den Inhalt. Schöne Einbände ziehen mich magisch an – oft entscheidet also tatsächlich bei mir der erste optische Eindruck über den Buchkauf.
Als Buchbloggerin beschäftige ich mich natürlich auch sehr viel mit dem Markt. Ich studiere Verlagsvorschauen für meine Neuerscheinungsbeiträge, verfolge Rezensionen auf anderen Blogs und tausche mich viel mit Gleichgesinnten aus.
Gerade dieser Austausch und die damit verbundenen Schwärmereien sind oft schuld daran, dass ich Geschichten entdecke, an denen ich ansonsten im Buchladen einfach vorbeigelaufen wäre.
Welche Genres oder Themen ziehen dich immer wieder an? Gibt es auch Dinge, die du bewusst meidest?
Ich lese in erster Linie Jugend- und Fantasybücher. Es gibt in der Buchwelt so viele interessante Geschichten und eigentlich ist es nicht fair, sich nur auf bestimmte Genres festzulegen, aber diese beiden funktionieren für mich einfach immer.
Auch Kinderbücher lese ich ab und an sehr gerne. Ich mag es, dass hier – gerade im Vergleich zum Jugendbuch – noch einmal ganz andere Themen aufgegriffen werden. Zudem liebe ich es, mir die wunderschönen Illustrationen anzusehen.
Auch die spielerische Aufarbeitung, wie Mitmachaufgaben oder integrierte Spiele, finde ich großartig. Es gibt sogar Duftbücher, die dazu einladen, die Geschichte mit mehreren Sinnen wahrzunehmen.
Ich sage immer gerne, dass ich keine Krimileserin bin, da ich eine absolut schlechte Ermittlerin bin! Aber dann greife ich gelegentlich durch Zufall doch zu so einem Buch und stelle fest: Auch dieses Genre hat einen gewissen Reiz.
Liest du jedes Buch bis zum Ende oder brichst du auch mal eines ab? Wenn ja, wann entscheidest du das?
Ich versuche, jedes Buch durchzulesen, selbst wenn ich merke, dass mich die Geschichte gar nicht fesselt. Mein Blog soll schließlich für ehrliche, fundierte Rezensionen stehen.
Eine fundierte Meinung kann ich aber nur vertreten, wenn ich die gesamte Geschichte kenne. Dennoch gibt es einige wenige Bücher, die ich abbrechen musste. In all meinen Blog-Jahren betrifft das aber nur wenige Ausnahmen.
Welche Autor:innen hast du zuletzt neu entdeckt und was begeistert dich an ihnen?
Ein bildhafter Schreibstil und lebendige Charaktere bilden für mich immer das Fundament. Ich folge dann vor allem AutorInnen, wenn ihre Werke durch ein einzigartiges Schlüsselmerkmal überzeugen.
Jay Kristoff ist für mich zum Beispiel ein Ausnahmetalent – bei ihm sitzt jeder Satz, man spürt das angeborene Talent. Ein anderes Beispiel: Nikola Hotel behandelt tiefgründige Themen, bei denen mich jede Geschichte bedingungslos abholt. Anne Freytag wiederum begeistert mich mit ihrer Sprache, die jeden Satz zitierwürdig macht.
Wie und warum hast du deinen Buchblog gestartet?
Wie schon erwähnt, kam ich über Lovelybooks mit dem Thema in Berührung. Ich fand die Idee eines Buchblogs unglaublich inspirierend. Ich bin von Natur aus ein kreativer Mensch, liebe es zu zeichnen, zu basteln und Neues zu erschaffen. Mir kamen so viele Ideen in den Sinn, wie ich meine Kreativität auf einem Blog ausleben könnte, dass ich es einfach ausprobieren musste.
Tanja Röbke und echtes Herzblut
Wie hat BookTok oder Bookstagram deine eigenen Lesegewohnheiten verändert?
Das Stöbern auf diesen Plattformen macht natürlich neugierig. Wenn geschwärmt oder Fanart geteilt wird, führt das schon mal zu dem einen oder anderen spontanen Buchkauf.
Seit ich meinen eigenen Blog habe, lese ich wesentlich mehr und breche kaum noch Bücher ab. Außerdem lese ich seltener mehrere Bücher parallel, damit ich mich besser auf eine Geschichte konzentrieren kann.
Was macht für dich einen Account wirklich interessant – was bringt dich dazu, jemandem zu folgen?
Es ist ähnlich wie bei den Büchern: Eine gelungene Optik macht neugierig auf den Inhalt. Aber eine ansprechende Aufmachung ist nicht alles. Eine sympathische Ausstrahlung des Menschen, der hinter dem Projekt steht, entscheidet darüber, ob ich einem Kanal langfristig folge.
Bei persönlicher Sympathie besuche ich ein Profil regelmäßig. Entdeckt man dieselben Lese-Interessen, muss man die Begeisterung einfach teilen. Genau diese Inspiration suche ich hier.
Was bringt dich dazu, ein Buch sofort kaufen oder lesen zu wollen?
Bei Reihen definitiv ein Vorband, der mich in einen Lesesog gerissen hat und dann vielleicht auch noch mit einem so fiesen Cliffhanger geendet ist, dass man unbedingt wissen muss, wie es weitergeht.
Generell zieht mich die Aussicht auf eine Geschichte an, die mich so richtig aus dem Alltag reißt und mir eine Lesezeit schenkt, in der alles andere unwichtig wird.
Welche Art von Kooperationen mit Autor:innen oder Verlagen findest du spannend und welche eher nicht?
In erster Linie muss mich das Buch thematisch ansprechen. Wenn die Kooperation dann noch kreative Inspiration mit sich bringt, bin ich sofort dabei.
Ich hatte zum Beispiel eine Anfrage zu einem Spielebuch, bei dem man den Verlauf durch eigene Entscheidungen beeinflussen kann. In Kombination mit wundervollen Illustrationen war das ein Projekt, bei dem ich nicht lange überlegen musste.
Welche Tipps würdest du angehenden Bookstagrammer:innen oder BookTok-Creators geben?
Starte deinen Account aus echter Leidenschaft, nicht aus den falschen Gründen. Wenn du Bücher liebst, kreativ sein willst und Lust auf Austausch hast: Leg einfach los!
Zu Beginn war ich skeptisch, ob ich den zeitlichen Aufwand eines Buchblogs langfristig stemmen kann. Und ja, es ist zeitintensiver, als man denkt – aber aus Leidenschaft investiert man diese Stunden gerne. Das Bloggen hat sich absolut gelohnt: Ich durfte aufregende Buchmessen erleben und habe wertvolle Freundschaften geschlossen, die ich sonst missen würde. Mein Tipp:
Einfach ausprobieren! Wenn es nicht passt, kann man jederzeit aufhören.
Wenn du selbst ein Buch schreiben würdest – worum würde es gehen?
Tatsächlich kann ich diese Frage aktuell nicht beantworten. Wenn ich jemals ein Buch schreibe, dann nur, weil die Geschichte mich gefunden hat, nicht umgekehrt. Kreativität ist für mich ein freier Prozess, der sich nicht forcieren lässt.
Leidenschaft ist der Schlüssel und man merkt einem Text an, ob er mit Hingabe oder unter Zwang verfasst wurde. Ich warte auf den Moment, in dem mich ein Thema so richtig am Haken hat.
Wenn ihr noch mehr von Tanjas Buchwelt entdecken wollt, lohnt sich ein Blick auf ihren Instagram und TikTok Account. Dort teilt sie regelmäßig neue Lesetipps, kreative Buchmomente und ihre ganz persönliche Begeisterung für Fantasy und Jugendbücher.













