Interview

Carsten Oehmke, PLAN & Co – Planung von Klinker- und Sichtbetonfassaden

Manchmal fühlt es sich an wie der Sprung ins kalte Wasser. Manchmal denkt man, man sitzt in der Achterbahn. Und manchmal ist man zutiefst überzeugt, es ist die größte Befreiung: der Start in die Selbstständigkeit.

Die Selbstständigkeit hat viele Facetten. Die Palette der Emotionen ist gewaltig. Eine Geschichte die Mut macht und zeigt, ja, es lohnt sich dieses Wagnis zu beginnen.

Jeder einzelne Start in die Selbstständigkeit ist anders und einzigartig. Aber lesen Sie selbst, wie es Carsten Oehmke erging.

Carsten Oehmke: „Manchmal müssen Türen zugeworfen werden, um andere zu öffnen“

Tanja: Carsten, was genau machst du?

Carsten Oehmke: Im groben plane ich Klinker- und Sichtbetonfassaden sowie deren Befestigung. Hauptaugenmerk sind dabei Fassaden aus Fertigteilen. Mit konventionell hergestellten Klinkerfassaden befasse ich mich auch.

Tanja: Welche Vision hast du und welche Ziele verfolgst du mit deinem Unternehmen?

Carsten: Mein Ziel ist es, ein Team aufzubauen und dass wenn ein Architekt, Projektmanager oder Bauunternehmer an eine Klinker- oder Sichtbetonfassade denkt, er auch an mich denkt.

Tanja: Du bist stolzer Familienvater von einer Tochter und zwei Söhnen, fällt es da schwerer den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen?

Carsten Oehmke: Da muss ich etwas weiter ausholen. Ich war nach 14-jähriger Betriebszugehörigkeit als Leiter des technischen Büros nicht mehr glücklich, „brannte“ nicht mehr für die Firma und sah mich schlussendlich dort auch nicht mehr bis zu meinem Rentenalter.

Da kam die Anfrage, ob ich meinen Job nicht wechseln möchte, zum richtigen Zeitpunkt. Nach knapp 4 Wochen war der Jobwechsel Geschichte. Das Defizit zur neuen Branche war doch zu groß bzw. die Zeit der Einarbeitung wollte man mir nicht mehr geben.

„So what, the life goes on“

Die Kündigung traf mich und meine Familie damals sehr hart. Ich hatte den sicheren Hafen verlassen und nun war arbeitslos. Nach 3–4 Tagen sah ich es als Chance an, meinen Traum der Selbstständigkeit, der tief in mir schlummerte, in die Wirklichkeit umzusetzen. Anfangs Plan B.

Manchmal müssen Türen zugeworfen werden, um andere zu öffnen

Die Antwort auf deine Frage ist ein klares Jein. Auf der einen Seite schwer und auf der anderen Seite auch wieder leicht. Die Familie stand 100% zu meiner Entscheidung und sahen auch meine positive Veränderung. Firmenname und Logo haben wir zusammen entwickelt. Sie fanden es spannend. 

Ich wusste, es gibt einen Markt und es gibt Bedarf an den Leistungen, die ich anbieten wollte. Ich hatte das nie infrage gestellt. Viele, mit den ich gesprochen habe, sahen hier ein großes Potenzial.

Das Gesetz der Anziehung kennst du ja auch. Als der Entschluss stand, mich selbstständig zu machen, habe ich vor dem Einschlafen wieder und wieder mir mein Büro und meine Kunden vorgestellt.

Es klingt verrückt, die ersten Kunden sind die, die ich mir vorgestellt und gewünscht habe.

Tanja Basic: Was ist dein Alleinstellungsmerkmal? Warum kommen deine Wunschkunden (primär Architekten, Bauunternehmen, Projektplaner) nicht drumherum, mit dir zusammenzuarbeiten?

Carsten Oehmke: Der Vorteil für meinen Wunschkunden ist der, dass er später alles aus einer Hand hat. Kann z. B. präziser die zu erwartenden Kosten abschätzen, Angebote auf der Grundlage meiner Ausarbeitungen sind nun vergleichbarer.

Im Vorfeld erkannte erforderliche Änderungen, die noch in die Rohbauplanung einfließen können, ersparen später teure Sonderkonstruktionen der Verankerung.

Durch meine 14-jährige Tätigkeit in einem Klinkerfertigteilwerk kann ich Vordimensionierung, Befestigungen und wirtschaftliche Ausführbarkeit sehr gut einschätzen.

Carsten:“Sei dir stets bewusst, welchen (Mehr) Wert du für deinen Kunden hast

Carsten - Mehrwert für Kunden

Tanja Basic: Wie bist du an deinen ersten Kunden gekommen? Hast du auch gleichzeitig einen Tipp für andere, die frisch gründen, an ihren ersten Kunden zu kommen?

Carsten: Bevor ich gründete, habe ich in meinen Netzwerken Xing und LinkedIn meinen Status auf Selbstständig bzw. Freiberufler gestellt. Parallel habe ich versucht mich mit Entscheidern zu vernetzen, wenn ich es noch nicht war.

Besuchte mir bekannte Firmen, die ich aus den Zeiten meiner Anstellung kannte.

Meine ersten Kunden und Korporationen habe ich über diese Netzwerke generiert. Im 3. Quartal 2021 erinnerte sich jemand an mich, den ich Anfang des Jahres angesprochen und meine Vorteile dargestellt habe. Und nun habe ich den ersten Auftrag von ihm.

Mein Tipp: Sich vor bzw. während der Gründung mit Wunschkunden gedanklich auseinanderzusetzen. Dann sich gezielt im Netzwerk on – oder offline zu vernetzen.

Tanja: Was würdest du jeder/jedem Unternehmensgründer*In raten? Worauf sollte man gleich zu Beginn besonders achten?

Carsten Oehmke: Ich würde den Unternehmensgründer*innen raten: Sich nicht selbstständig zu machen, um des Geldes willen. Mann/Frau sollte das lieben, was er tut, dann ist es keine Arbeit mehr, sondern bezahltes Hobby.

Sei dir stets bewusst, welchen (Mehr)Wert du für deinen Kunden hast. Investiere in dich, halte die Finanzen im Auge, bilde Rücklagen und such dir ein Vorbild, Mentor oder Coach.

Carsten hat an meinem Webinar „Start in die erfolgreiche Selbstständigkeit“ teilgenommen. Im Rahmen eines 8 Wochen Business-Mentoring Programm, unterstütze ich Carsten bei der ganzheitlichen Vermarktung und dem Unternehmensaufbau.

Vom strategischen Marketing, der Kundengewinnungsstrategie bis zum Personal Branding darf ich seine Erfolgsreise begleiten. Diese Zusammenarbeit freut mich besonders, da ich selbst über 11 Jahre ein eigenes Planungsbüro mit mehreren Mitarbeitern geführt habe.

Dieses Know-how und all meine Learnings nun weitergeben zu dürfen, ist mir eine besondere Freude!

DANKE für dein Vertrauen, Carsten!

Carsten Oehmke 

Carsten Oehmke* Planung für Klinker- und Sichtbetonfassaden
* Fertigteilplanung 2/3d/BIM-konform
* Innovative Verankerungslösung
* Dehnfugenplanung /-optimierung

 

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