Filme von Eddie Redmayne führen durch eine Karriere, die sich nur schwer auf ein Genre reduzieren lässt. Der 1982 in London geborene Schauspieler war romantischer Revolutionär in „Les Misérables“, verwandelte sich für „Die Entdeckung der Unendlichkeit“ in Stephen Hawking, betrat als Newt Scamander die magische Welt von „Phantastische Tierwesen“ und verkörperte in „The Good Nurse“ einen realen Serienmörder. Gerade diese Wechsel zwischen verletzlichen, exzentrischen und verstörenden Figuren haben ihn zu einem der markantesten britischen Schauspieler seiner Generation gemacht.
Seine Filmografie erzählt zugleich von einer ungewöhnlichen Entwicklung. Redmayne begann auf der Theaterbühne, studierte Kunstgeschichte in Cambridge und wurde erst Jahre später zum internationalen Kinostar. Inzwischen hat er auch das Fernsehen für sich entdeckt und mit „The Day of the Jackal“ eine Figur übernommen, die kaum weiter von seinem sanften Newt Scamander entfernt sein könnte. Ein genauerer Blick auf seine Karriere zeigt, welche Produktionen man gesehen haben sollte und weshalb einige seiner stärksten Arbeiten weit außerhalb seiner großen Fantasyreihe liegen.
Vom Theater zu „Les Misérables“ und den ersten großen Filmen
Redmaynes Laufbahn begann nicht mit einem Hollywoodblockbuster. Nach frühen Fernsehrollen war er 2006 in Robert De Niros „The Good Shepherd“ zu sehen, später folgten unter anderem „Elizabeth: The Golden Age“, „The Other Boleyn Girl“, „Savage Grace“ und der düstere Mittelalterfilm „Black Death“. Auch die Miniserie „Die Säulen der Erde“ nach Ken Folletts Roman gehört zu seinen bekannteren frühen Fernseharbeiten.
Den internationalen Durchbruch brachte 2012 Tom Hoopers Musicalverfilmung „Les Misérables“. Redmayne spielte Marius Pontmercy und konnte neben seiner Schauspielerei auch seine musikalische Ausbildung einsetzen. Seine Bühnenerfahrung war zu diesem Zeitpunkt längst preisgekrönt. Für „Red“ hatte er bereits einen Olivier Award und einen Tony Award erhalten.
Für welchen Film hat Eddie Redmayne einen Oscar bekommen?
Seinen Oscar als bester Hauptdarsteller gewann Redmayne 2015 für „Die Entdeckung der Unendlichkeit“, im Original „The Theory of Everything“. Er verkörperte den Physiker Stephen Hawking und stellte dessen zunehmende körperliche Einschränkungen infolge einer Motoneuronerkrankung dar. Felicity Jones spielte Hawkings damalige Ehefrau Jane, deren Erinnerungen die literarische Grundlage des Films bildeten. Die Academy bestätigte Redmayne bei der 87. Oscarverleihung als Sieger der Kategorie „bester Hauptdarsteller“.
Nur ein Jahr später folgte bereits die nächste Oscarnominierung. In „The Danish Girl“ spielte Redmayne Lili Elbe, eine der ersten bekannten Personen, die sich geschlechtsangleichenden Operationen unterzogen. Den Oscar gewann 2016 Leonardo DiCaprio für „The Revenant“, während Alicia Vikander für ihre Rolle in „The Danish Girl“ als beste Nebendarstellerin ausgezeichnet wurde.
Die aufwendigen Verwandlungen hinter seinen Rollen
Redmaynes Karriere ist eng mit Figuren verbunden, für die er Stimme, Haltung und Bewegungsabläufe stark verändern musste. Dieses Prinzip zieht sich von Stephen Hawking und Lili Elbe bis zu Charles Cullen in „The Good Nurse“. In Aaron Sorkins „The Trial of the Chicago 7“ übernahm er mit Tom Hayden ebenfalls die Rolle einer realen Persönlichkeit.
Filme von Eddie Redmayne zwischen „Phantastische Tierwesen“ und „The Good Nurse“
Zum kommerziell größten Kapitel seiner Karriere wurde Newt Scamander. Zwischen 2016 und 2022 spielte Redmayne den Magizoologen in „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“, „Phantastische Tierwesen: Grindelwalds Verbrechen“ und „Phantastische Tierwesen: Dumbledores Geheimnisse“. Die drei Produktionen spielten weltweit zusammen rund 1,865 Milliarden US-Dollar ein.
Wer Filme von Eddie Redmayne abseits der Fantasywelt kennenlernen will, findet jedoch mehrere sehenswerte Alternativen. „The Aeronauts“ brachte ihn 2019 erneut mit Felicity Jones zusammen, „The Trial of the Chicago 7“ führte ihn 2020 in ein politisches Ensemble und „The Good Nurse“ zeigte ihn 2022 an der Seite von Jessica Chastain als Krankenpfleger und Serienmörder Charles Cullen. Seine Filmografie lässt sich daher gut über einige zentrale Stationen erschließen.
- „Les Misérables“ aus dem Jahr 2012 für seine musikalische Seite
- „Die Entdeckung der Unendlichkeit“ aus dem Jahr 2014 für seine Oscarrolle
- „The Danish Girl“ aus dem Jahr 2015 für eine weitere intensive Charakterrolle
- „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“ aus dem Jahr 2016 für seinen größten Franchiseerfolg
- „The Trial of the Chicago 7“ aus dem Jahr 2020 für Redmayne als Tom Hayden
- „The Good Nurse“ aus dem Jahr 2022 für eine ungewöhnlich bedrohliche Darstellung
Was macht Eddie Redmayne heute?
2026 steht vor allem „The Day of the Jackal“ im Mittelpunkt seiner Bildschirmarbeit. Die moderne Neuinterpretation von Frederick Forsyths Roman startete 2024 und machte Redmayne zum international operierenden Auftragsmörder. Die erste Staffel erhielt unter anderem Golden-Globe-Nominierungen als beste Dramaserie und für Redmayne als besten Hauptdarsteller einer Dramaserie.
Eine zweite Staffel ist bereits in Produktion und Redmayne kehrt als Schakal zurück. Sky bestätigte im Mai 2026 zudem Matt Bomer als neues Mitglied der Besetzung, während die Veröffentlichung der zweiten Staffel für 2027 vorgesehen ist. Damit hat sich Redmaynes Karriere nach großen Kinoproduktionen und seiner gefeierten Bühnenarbeit um ein weiteres langfristiges Serienprojekt erweitert.
Kunstgeschichte, Farbenblindheit und eine legendäre Pferdepanne
Auch jenseits seiner Rollen bietet Redmaynes Biografie einige ungewöhnliche Details. Er studierte Kunstgeschichte am Trinity College der Universität Cambridge und beschäftigte sich in seiner Abschlussarbeit unter anderem mit Yves Klein und dessen intensivem Blauton. Bemerkenswert ist das aufgrund seiner Rot-Grün-Sehschwäche, die ihm während des Studiums bei der Unterscheidung bestimmter Farben Schwierigkeiten bereitete.
Fast filmreif verlief zudem eine frühe Zusammenarbeit mit Regisseur Tom Hooper. Für „Elizabeth I“ hatte Redmayne beim Vorsprechen seine Reiterfahrung erheblich großzügiger dargestellt, als sie tatsächlich war. Beim Dreh in Litauen ging sein Pferd mit ihm durch und offenbarte das fehlende Können vor der Mannschaft. Die Episode schadete ihrer Zusammenarbeit offenbar nicht nachhaltig, denn Hooper besetzte ihn später sowohl in „Les Misérables“ als auch in „The Danish Girl“.
Welcher Film ist Eddie Redmaynes bester?
Eine objektive Rangliste lässt sich kaum erstellen, doch gemessen an den bedeutendsten Schauspielpreisen führt „Die Entdeckung der Unendlichkeit“. Redmayne gewann für seine Darstellung nicht nur den Oscar, sondern unter anderem auch den Golden Globe als bester Hauptdarsteller in einem Drama. Der Film ist zugleich ein gutes Beispiel für seine Fähigkeit, eine historische Persönlichkeit nicht lediglich äußerlich nachzuahmen.
Wer ihn lieber in einem Ensemble erlebt, dürfte mit „The Trial of the Chicago 7“ besser bedient sein. Für Fantasyfans bleibt dagegen der erste Teil von „Phantastische Tierwesen“ der naheliegende Einstieg, während „The Good Nurse“ eine wesentlich kühlere Seite seines Spiels zeigt. Redmaynes interessanteste Leistung muss deshalb nicht für jeden Zuschauer dieselbe sein.
Kann Eddie Redmayne Deutsch?
Redmayne spricht nach eigener Aussage kein Deutsch. Das hinderte ihn jedoch nicht daran, für „The Day of the Jackal“ deutsche Dialoge zu lernen. In der ersten Folge tritt sein Auftragsmörder unter anderem als ältere deutsche Reinigungskraft auf, wofür Redmayne mit Sprachtrainern an Aussprache und Betonung arbeitete.
Die Szene passt zu seiner Vorliebe für körperliche und sprachliche Verwandlungen. Sein Schakal verändert Aussehen, Stimme und Identität, um unerkannt zu bleiben. Damit nutzt die Serie Eigenschaften, die Redmaynes Arbeit schon lange prägen, setzt sie jedoch in einem deutlich härteren Thrillerumfeld ein.
Fazit: Filme von Eddie Redmayne
Filme von Eddie Redmayne zeigen einen Schauspieler, dessen Karriere weniger von einem festen Rollentyp als von Verwandlung geprägt ist. „Die Entdeckung der Unendlichkeit“ bleibt mit dem Oscar sein größter persönlicher Filmerfolg, während „Phantastische Tierwesen“ ihn zum Star eines Milliarden-Franchise machte. „Les Misérables“, „The Danish Girl“, „The Trial of the Chicago 7“ und „The Good Nurse“ zeigen weitere Facetten seiner Arbeit, bevor „The Day of the Jackal“ ein neues Kapitel eröffnete.
Gerade der Wechsel vom zurückhaltenden Newt Scamander zum kalt kalkulierenden Schakal macht deutlich, weshalb seine Filmografie nach mehr als zwei Jahrzehnten noch interessant bleibt. Hinzu kommen seine Theaterwurzeln, seine musikalische Ausbildung und eine Vorliebe für komplexe historische Figuren. Für 2027 steht mit der zweiten Staffel von „The Day of the Jackal“ bereits die nächste große Rückkehr fest.













