Manchmal reicht ein einziges Buch, um aus einem Urlaubsleser einen echten Buchmenschen zu machen. Bei Michael Schroeder war es ein Thriller, der nach dem Urlaub nicht einfach vorbei war. Plötzlich blieb die Geschichte im Kopf, die nächste Empfehlung kam dazu und aus gelegentlichem Lesen wurde ein Alltag voller Spannung, Krimis und Bookstagram Austausch.
Heute liest Michael Schroeder nicht nur deutlich mehr als früher, sondern spricht online mit echter Begeisterung über Bücher, die ihn packen. Im Interview erzählt er, warum Thriller und Krimis sein Zuhause sind, weshalb er Bücher ohne schlechtes Gewissen abbricht und warum authentische Rezensionen für ihn viel spannender sind als Accounts, auf denen jedes Buch angeblich perfekt ist.
Interview mit Michael Schroeder
Wann hast du angefangen zu lesen und wann wurde daraus mehr als nur ein Hobby?
Ich habe immer nur im Urlaub gelesen und dann auch maximal ein Buch. Vorher hatte ich mit Büchern wenig am Hut.
Im Oktober 2020 hatte ich allerdings zwei Bücher im Urlaub dabei und fand Sebastian Fitzeks Buch „Noah“ so gut, dass ich mich nach dem Urlaub weiter mit dem Buch beschäftigt habe und das Buch zu Ende gelesen habe. Dies war der Startschuss für ein neues Hobby, was schon bald größer werden sollte, als ich es mir erträumt hatte.
Gibt es ein Buch, das dich besonders geprägt hat oder dich „in die Bücherwelt gezogen“ hat?
Ich würde behaupten, dass es dieses Buch war, aber ich hatte auch vorher eine Phase, wo man mir die Bücher von Simon Beckett empfohlen hatte, die mein Interesse für Thriller und Krimis definitiv geweckt haben. Im Anschluss hatte ich noch Bücher von Cody McFaden ausprobiert, die mir sehr gut gefielen.
Wie wählst du deine Bücher aus – eher spontan wegen Cover, Klappentext oder Empfehlungen?
Ich schaue mir die Programmvorschauen der einzelnen Verlage an und fange da schon an zu sortieren, welche Bücher mich ansprechen. Dazukommend behalte ich dennoch die Neuerscheinungen im Blick und kaufe natürlich auch auf Empfehlungen von Blogger*innen Bücher und ich muss auch gestehen, dass ich absoluter Coverkäufer bin.
Ein Buch mit einem schönen Cover ist immer einen Kauf wert, und wenn es zum Schluss nur im Regal steht und schön aussieht.
Welche Genres oder Themen ziehen dich immer wieder an? Gibt es auch Dinge, die du bewusst meidest?
Thriller und Krimis sind schon mein liebstes Genre, ich bin aber allgemein offen für alles was mein Interesse weckt. Womit ich eher weniger anfangen kann, sind Biografien und/oder Sachbücher.
Liest du jedes Buch bis zum Ende oder brichst du auch mal eines ab? Wenn ja, wann entscheidest du das?
Ich lese definitiv nicht jedes Buch zu Ende. Dafür ist mir meine Zeit zu kostbar. Wenn ich nach 100 Seiten merke, dass das Buch nicht an Fahrt aufnimmt oder allgemein keine Spannung beinhaltet, breche ich das Buch ab und greife zum nächsten.
Bevor ich mich 4-6 Stunden mit einem Buch quäle, greife ich lieber zu einem, was sehnsüchtig auf mich wartet.
Michael Schroeder sucht den nächsten Nervenkitzel
Welche Autor:innen hast du zuletzt neu entdeckt und was begeistert dich an ihnen?
Für mich neu entdeckt habe ich definitiv Marika Nietz. Marika aka Sonja Roos schreibt eigentlich historische Romane, hat letztes Jahr aber auch ihren ersten Krimi rausgebracht, der auf zwei Zeitebenen spielt. Eine tolle Autorin, die den Leser an der Stange halten kann und stets spannende Wendungen einbaut. Absolut grandiose Frau.
Wie und warum hast du deinen Bookstagram- oder BookTok-Account gestartet?
Wie vielleicht jeder zweite, der zu Corona-Zeiten nicht wusste, was er machen soll. Ich fing neben dem Lesen einfach an einen Bookstagram Account zu führen, den ich zu Beginn auch noch verheimlicht habe, da es mir unangenehm war. Heute frage ich mich, wieso es mir peinlich war, schließlich habe ich nichts Verbotenes getan.
Wie hat BookTok oder Bookstagram deine eigenen Lesegewohnheiten verändert?
Meine Lesegewohnheiten wurden komplett umgekrempelt. Von 0 auf 100, denn vorher habe ich nichts gelesen und urplötzlich hatte ich meine 8-12 Bücher im Monat.
Ich fasse es immer noch nicht, dafür musste aber mein TV leiden, denn dieser ist seither kaum an. Klar, ich interessiere mich für Serien und auch gute Filme, aber ich ziehe es vor ein gutes Buch zu lesen und mich lieber die 1-2 h damit zu beschäftigen, als mir den Trash aus dem TV reinzuziehen.
Was macht für dich einen Account wirklich interessant – was bringt dich dazu, jemandem zu folgen?
Einen Account für mich interessant macht in erster Linie das Genre, welches ich selbst gerne lese und zwar Thriller und Krimis. Dazukommend sind mir authentische Rezensionen wichtig.
Ein Account der ausschließlich 5 Sterne Bewertungen postet und nur gute Bücher liest, dem mag ich gar nicht folgen. Wenn dazukommend die Bilder noch entsprechend schön fotografiert werden und/oder ein Mensch darauf zu sehen ist, macht es für mich nochmals persönlicher und interessanter.
Was bringt dich dazu, ein Buch sofort kaufen oder lesen zu wollen?
Definitiv der oder die Autor*in. Es gibt Bücher von Autoren, die würde ich blind kaufen und sofort lesen. Dazu gehören Chris Carter, definitiv auf Platz 1 und auch Freida McFadden, Marc Raabe und Benjamon Cors zum Beispiel.
Mehr von Michael Schroeder gibt es auf Instagram und Tiktok. Dort teilt er Thriller, Krimis, ehrliche Rezensionen und seine ganz persönliche Begeisterung für Bücher mit Nervenkitzel.













